Infektionsschutz Coronavirus

Infektionskrankheiten und Maßnahmen

Infektionskrankheiten und Maßnahmen

Aus aktuellem Anlass wollen wir dir hier über die Infektionskrankheiten und Maßnahmen zur Vorbeugung berichten. In China traten Ende 2019 erstmals Erkrankungen an einem neuartigen Coronavirus auf. 

Um dich und andere besser vor einer Infektion schützen zu können, ist es gut zu wissen, wie Krankheitserreger übertragen werden. Sowie wie sie in unseren Körper eindringen können.

Tröpfcheninfektion

Infektionskrankheiten CoronavirusBei der Tröpfcheninfektion gelangen Krankheitserreger, die im Rachenraum oder im Atmungstrakt siedeln, beim Niesen, Husten, Sprechen durch winzige Speichel-Tröpfchen an die Luft. Dort werden sie anschließend von einem anderen Menschen eingeatmet bzw. direkt über die Schleimhäute der oberen Luftwege aufgenommen, zum Beispiel durch einen Kuss.

Häufig werden Viren auf diesem Weg übertragen. Über Tröpfchen werden besonders grippale Infekte aber auch die echte Grippe übertragen. Beispiele für Infektionen, die über eine größere Entfernung luftgetragen werden, sind insbesondere Krankheiten wie Windpocken oder Masern. Gegen diese kannst du dich durch Impfungen schützen.

Von den bakteriellen Erkrankungen werden zum Beispiel Scharlach sowie Meningokokken-Infektionen, die Hirnhautentzündungen auslösen, durch Tröpfcheninfektion übertragen.

Schmierinfektion

Bei der Kontaktinfektion (manchmal auch als Schmierinfektion bezeichnet), werden Erreger über eine Kette von Berührungen weitergereicht. Diese Berührungen beinhalten sowohl Händeschütteln als auch das Anfassen eines Türgriffs oder in den öffentlichen Verkehrsmittel das Festhalten an einer Stange /Öffnen der Tür mittels Knopf oder Hand.

Gründliches Händewaschen ist ein wirksamer und einfacher Schutz, mit dem du eine Kontaktinfektion vorbeugen kannst!

Lebensmittelinfektion

Infektionskrankheiten CoronavirusEinige Erreger, darunter sowohl Bakterien wie auch Viren, können an Lebensmitteln haften. Vor allem Bakterien wie Salmonellen können sich zudem auch in Lebensmitteln wie rohen Eiern, Rohwurstsorten oder nicht durchgegartem Fleisch rasch vermehren. Man sieht den betroffenen Lebensmitteln nicht immer an, dass sie mit Erregern befallen sind: die Keime kann man weder schmecken oder riechen.

In erster Linie werden Brechdurchfälle durch befallene Lebensmittel übertragen. Zu den wichtigsten Bakterien, die Lebensmittelinfektionen auslösen, gehören neben den Salmonellen auch E.coli, Campylobacter oder Listerien. Aber auch Viren wie der Noro- oder Rotavirus oder Parasiten wie der Toxoplasmose-Erreger können über verunreinigte Lebensmittel zum Menschen gelangen.

Infektionen über Wasser

Zum einen können Erreger mit dem Trinkwasser in den menschlichen Körper gelangen. Auch beim Baden in verunreinigten Gewässern oder bei Genuss von nicht aufbereitetem Wasser aus Brunnenanlagen können Krankheitserreger übertragen werden. Im Schwimmbad besteht zudem die Gefahr von Infektionskrankheiten durch Erreger im feinen Sprühnebel von Wasserrutschen und Wasserfällen, der eingeatmet wird. Generell sind sprühende Wasserquellen ein möglicher Ort der Übertragung von bestimmten Erregern, so auch Duschen und Autowaschanlagen.

Neben Salmonellen gehören auch andere Durchfall-Bakterien wie Campylobacter oder EHEC zu den Erregern, die über Fäkalien ins Wasser geraten können. Das Infektionsschutzgesetz und die Trinkwasserverordnung sorgen dafür, dass bei der Wasseraufbereitung strenge Kontrollen die Qualität des Wassers sichern. Auch Legionellen oder Pseudomonaden kommen gelegentlich in Hausinstallationen oder Schwimmbädern vor. Sie verursachen grippeartige Beschwerden bis hin zu schweren Lungenentzündungen. Vor allem durch zerstäubtes Wasser werden die erreger haltigen Tröpfchen verbreitet und eingeatmet. Temperaturen über 55° Grad Celsius in Warmwassersystemen behindern dagegen das Legionellenwachstum.

Wie kann man sich vor Ansteckung schützen?

Infektionskrankheiten CoronavirusWie bei Influenza und anderen Atemwegserkrankungen schützen das Einhalten der Husten- und Nies-Etikette, eine gute Händehygiene, sowie Abstand zu Erkrankten (etwa 1 bis 2 Meter) auch vor einer Übertragung des neuartigen Coronavirus.

Husten- und Nies-Etikette

Einfache Hygieneregeln beim Husten und Niesen schützen dich und andere vor Ansteckung bei Infektionskrankheiten.

Beim Husten oder Niesen sollte möglichst kein Speichel oder Nasensekret in die Umgebung versprüht werden. Sich beim Husten oder Niesen die Hand vor den Mund zu halten, wird oft für höflich gehalten. Aus gesundheitlicher Sicht aber ist dies keine sinnvolle Maßnahme: Dabei gelangen Krankheitserreger an die Hände und können anschließend über gemeinsam benutzte Gegenstände oder beim Händeschütteln an andere weitergereicht werden.

Um keine Krankheitserreger weiterzuverbreiten und andere vor Ansteckung zu schützen, sollten Erkrankte die Regeln der sogenannten Husten-Etiquette beachten, die auch beim Niesen gilt:

  • Halte beim Husten oder Niesen mindestens einen Meter Abstand von anderen Personen und drehe dich weg.
  • Niese oder huste am besten in ein Einwegtaschentuch. Verwende dies nur einmal und entsorge es anschließend in einem Mülleimer mit Deckel. Wird ein Stofftaschentuch benutzt, sollte dies anschließend bei 60°C gewaschen werden.
  • Und immer gilt: Nach dem Naseputzen, Niesen oder Husten gründlich die Hände waschen!
  • Ist kein Taschentuch griffbereit, solltest du dir beim Husten und Niesen die Armbeuge vor Mund und Nase halten und ebenfalls dich dabei von anderen Personen abwenden.

Gute Händehygiene

Infektionskrankheiten CoronavirusDie Hände sind die häufigsten Überträger von Krankheitserregern/Infektionskrankheiten. Händewaschen schützt!

Ob beim Naseputzen, beim Toilettengang, beim Streicheln eines Tieres oder bei der Zubereitung von rohem Fleisch: Die Hände kommen häufig mit Keimen in Kontakt und können diese auf alles übertragen, das anschließend angefasst wird. Beim Händeschütteln oder über gemeinsam benutzte Gegenstände können auch Krankheitserreger leicht von Hand zu Hand gelangen.

Berührst du mit den Händen dann das Gesicht, können die Erreger über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in deinen, oder den Körper eines anderen,  eindringen und eine Infektion auslösen.

Händewaschen unterbricht diesen Übertragungsweg. Steht unterwegs keine Waschmöglichkeit zur Verfügung, solltest du zumindest vermeiden, mit den Händen Mund, Augen oder Nase zu berühren oder Speisen mit der Hand zu essen.

Hände regelmäßig waschen:

Immer nach dem…

  • nach Hause kommen,
  • Besuch der Toilette,
  • Wechseln von Windeln oder wenn Sie Ihrem Kind nach dem Toilettengang bei der Reinigung geholfen haben,
  • Naseputzen, Husten oder Niesen,
  • Kontakt mit Abfällen oder
  • Kontakt mit Tieren, Tierfutter oder tierischem Abfall.

Immer vor…

  • den Mahlzeiten oder
  • dem Hantieren mit Medikamenten oder Kosmetika.

Immer vor und nach…

  • der Zubereitung von Speisen sowie öfter zwischendurch, besonders wenn Sie rohes Fleisch verarbeitet haben,
  • dem Kontakt mit Kranken oder
  • der Behandlung von Wunden.

Gründliches Händewaschen gelingt in 5 Schritten:

  1. Infektionskrankheiten HaendewaschenHalte die Hände zunächst unter fließendes Wasser. Die Temperatur kannst du so wählen, dass sie angenehm für dich ist.
  2. Seife dann die Hände gründlich ein – sowohl Handinnenflächen als auch Handrücken, Fingerspitzen, Fingerzwischenräume und Daumen. Denke auch an die Fingernägel. Hygienischer als Seifenstücke sind Flüssigseifen, besonders in öffentlichen Waschräumen.
  3. Reibe die Seife an allen Stellen sanft ein. Gründliches Händewaschen dauert 20 bis 30 Sekunden.
  4. Danach die Hände unter fließendem Wasser abspülen. Verwende in öffentlichen Toiletten zum Schließen des Wasserhahns ein Einweghandtuch oder deinen Ellenbogen.
  5. Trockne anschließend die Hände sorgfältig ab, auch in den Fingerzwischenräumen. In öffentlichen Toiletten eignen sich hierfür am besten Einmalhandtücher. Zu Hause sollte jeder sein persönliches Handtuch benutzen.

 

Sieh dir dazu auch unser Video “Händehygiene” auf YouTube an, oder weitere lehrreiche Videos findest du auch in der #ManacareApp .

Abstand zu Erkrankten

Menschen mit ansteckenden Infektionskrankheiten sollten möglichst Abstand zu anderen halten, um eine direkte Übertragung von Krankheitserregern zu vermeiden. Akut Erkrankte sollten vor allem besonders gefährdeten Menschen wie Schwangeren, Säuglingen, alten oder immungeschwächten Menschen fern bleiben.

  • Viele Krankheitserreger werden zum Beispiel über Speichel direkt von Mensch zu Mensch übertragen. Vermeide deshalb im Krankheitsfall enge Körperkontakte wie Küssen und Umarmen.
  • Nach dem Kontakt zu Erkrankten sollte man sich gründlich die Hände waschen. Insbesondere sollte vermieden werden, mit ungewaschenen Händen Augen, Nase oder Mund zu berühren, da dies häufig die Eintrittspforten für Krankheitserreger sind.
  • Verzichte im Krankheitsfall auf das Händeschütteln. Erkläre deinem Gegenüber, dass dadurch eine Ansteckung vermieden werden kann.
  • Bei hochansteckenden Infektionen wie Masern, Windpocken oder Magen-Darm-Infektionen solltest du vor einem Arztbesuch die Praxis telefonisch informieren, damit entsprechende Schutzvorkehrungen getroffen werden können.

Weiter gilt bei Infektionskrankheiten

  • Kuriere dich lieber zuhause aus, so verhinderst du eine Weiterverbreitung der Krankheit.
  • Wenn die Wohnsituation es zulässt, sollten Erkrankte mit ansteckenden Magen-Darm-Infektionen eine separate Toilette benutzen.
  • Außerdem kann es je nach Erkrankung sinnvoll sein, in getrennten Zimmern sich aufzuhalten und zu schlafen, um das Risiko einer Keimübertragung durch eine Tröpfcheninfektion über die Luft oder durch eine Kontaktinfektion über gemeinsam benutzte Gegenstände zu verringern.
  • Alle Räume sollten regelmäßig gelüftet werden. Lüften verringert die Zahl erreger haltiger feinster Tröpfchen in der Luft  und senkt damit das Ansteckungsrisiko in Räumen, in denen sich Erkrankte aufhalten. Auch in der Heizperiode sollte auf richtiges Lüften geachtet werden. Hierfür empfiehlt sich regelmäßiges Stoßlüften: Öffnen Sie mehrmals täglich für einige Minuten weit die Fenster, um gut durchzulüften.
  • Persönliche Utensilien wie Handtücher, Kosmetikartikel, Schminkutensilien, Rasierklingen oder Waschlappen sowie Essgeschirr oder Besteck sollten nicht mit anderen geteilt werden.
  • Schutzhandschuhe sind empfehlenswert, wenn du bei der Versorgung Erkrankter mit erreger haltigen Körperausscheidungen in Berührung kommst, beispielsweise wenn du Erbrochenes oder Stuhlreste beseitigst. Verwende hierfür Einmalhandschuhe und entsorgen diese anschließend.

Merke: Handschuhe bieten allerdings keinen hundertprozentigen Schutz. Daher solltest du nach dem Ausziehen immer auch die Hände waschen und ggf. desinfizieren.

Auch für Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem kann es sinnvoll sein, beim Putzen, beim Kontakt mit rohem Fleisch in der Küche, beim Windeln wechseln oder bei der Gartenarbeit Schutzhandschuhe zu tragen.

Quelle: https://www.infektionsschutz.de 

basale Stimulation

Wissenswertes über Basale Stimulation ®

Basale Stimulation ® ist in der Pflege als vollständiges Konzept schon entwickelt.

Das Wichtigste für Basale Stimulation ® im Überblick

Basale Stimulation ® fördert die Wahrnehmung der fünf Sinne (Riechen, Sehen, Hören, Schmecken und Tasten), sowie die Bewegung und die Kommunikation, wenn es zu Einschränkungen gekommen ist. Bei der Anwendung von basaler Stimulation ® steht der Beeinträchtigte im Mittelpunkt, damit dieser wieder besser selbstbestimmt leben kann. 

Besonders an Demenz erkrankte Personen oder Menschen mit Gefühlsstörungen durch Lähmungen erfreuen sich über Anwendungstechniken der basalen Stimulation.

Aber: Wie kann auf die jeweilige Situation des Erkrankten eingegangen werden?

Basale Stimulation ®  und Körperpflege

Hier kannst du mit schnellen und diffusen Berührungen oftmals zu undeutlichen Empfindungen für deinen Klienten beitragen. Daher ist es notwendig, dass du beim Konzept der basalen Stimulation® die Körperpflege mit gewohnten Pflegemitteln und wiederkehrend gleichen Abläufen durchführst. Besonders bei einer Demenz-Erkrankung helfen dir ritualisierte Vorgänge zur Orientierung und Beruhigung deines Klienten.

Grundsätzlich solltest du dich dabei auf die zu waschenden Bereiche konzentrieren.

Bei motorisch sehr unruhigen Klienten solltest du die beruhigende Körperpflege anwenden, d.h., den Waschlappen mittels ruhigen gleichmäßigen Streichbewegungen in die Haarwuchsrichtung der jeweiligen Körperregion führen. Bei lethargischen und müden Bewusstseinszuständen deines Klienten wird das Gegenteil angewendet - die belebende Körperpflege; hier führst du den Waschlappen mit leichtem Druck gegen die Haarwuchsrichtung, dasselbe gilt beim Abtrocknen mit dem Handtuch.

  • Lasse deinen Klienten die Wassertemperatur selbst ertasten!
  • Körperöle und Massage-Handschuhe können Anwendung auf der Haut finden!
  • Atemstimulierende Einreibung (ASE) anwenden = Pneumonieprophylaxe.
  • Bei der Lagerung/Bewegung solltest du eine Initialberührung vorab machen, d.h. über Auflegen deiner Hand mittels leichtem und längerem Druck auf eine Körperstelle setzt du zuerst einen Reiz, um deinen Klienten auf die darauffolgende Situation vorzubereiten.
  • Elektrische Zahnbürsten und Trockenrasierer fördern über vibratorische Stimulation der Haut die Wahrnehmung; einzelne Körperregionen sind somit besser spürbar.

Nahrungsaufnahme als Basale Stimulation ®

Basale Stimulation NahrungGewohnte Speisen und Getränke wecken Erinnerungen, und wirken so appetitfördernd. Zum Beispiel kannst du mit Zubereitungen nach Familienrezepten helfen, die Erinnerung deines erkrankten Klienten an gewohnte Situationen und Verwandte herzustellen. 

Ein gewohnter Sitzplatz am Esstisch und das vertraute Geschirr geben Orientierung.

 

 

Um Schlucken und Kauen zu verbessern:

  • gehe auf den individuellen Geschmack deines Klienten ein, beachte dabei Schärfe/Säure usw. .
  • Achte auf die Temperatur (heiß/kalt) der Speisen und Getränke und
  • bereite mundgerechte Stücke zu.

 

Orientierung bei der Tag-Nacht-Gestaltung

Gewohnte Rituale wie Lieblingsmusik, vertraute Düfte (Parfüms, Speisen…), Fernsehprogramme und Zeitungen helfen deinem Klienten dabei, sich zeitlich, zur Person und räumlich zu orientieren.

  • Piktogramme/Bilder oder große Buchstaben können zur Beschriftung von Türen/Räumen verwendet werden. Der Weg zum WC wird beispielsweise so vereinfacht.
  • Die Reizaufnahme über die Augen funktioniert mittels zeitgemäßen und großen Gegenständen am besten. Wecker, Kalender, Wanduhren und Familienfotos im Raum schaffen Orientierung und Wohlbefinden.
  • Das Basteln mittels Papier und Holz oder Blumen wirkt sich genauso positiv aufs Wohlbefinden deines Klienten aus, da über diese Materialien das Fühlen, Riechen, Sehen und Hören beansprucht werden.

 

Sport und Bewegung für Basale Stimulation ®

Um den Gleichgewichtssinn deines Klienten zu fördern, bedarf es regelmäßiger Bewegung!  Beanspruchte Muskeln und bewegliche Gelenke dienen als Sturzprophylaxe. Außerdem schont regelmäßige Bewegung vor generellen körperlichen Erkrankungen, und kann helfen bestehende Gebrechen und Einschränkungen zu verbessern.

  • basaleStimulation SportBälle (Igelbälle, Tennisbälle usw.), Luftballons, Reissackerl (selbstgebastelt aus einem Waschlappen, den man nach Befüllung zunäht), Kirschkernsackerl usw. unterstützen das taktische Gespür/Greifbewegungen. Denn die Reizsetzung über die Haut sowie Muskelaktivitäten zum Gehirn sind bei Bewegung besonders gegeben.
  • Spaziergänge außerhalb der gewohnten Räumlichkeiten bewirken wahre Wunder. Frischluft belebt den Körper, und das Einfangen von Reizen aus der Natur wirken belebend. Ein Mensch der auf dem Land lebt wird sich grundsätzlich wahrscheinlich in botanischen Landstrichen wohler fühlen, als ein Mensch aus der Stadt.
  • Mag dein Klient Tiere, so können diese sehr therapeutisch Hilfe leisten. Das Anfassen von Tierfellen vermittelt laut nachweislichen Studien Wohlbefinden.

Fazit

Generell ist zu sagen, dass demente Menschen besonders anfällig auf Reize sind! Somit ist von dir besonders darauf zu achten, dass du auf individuelle Wünsche Rücksicht nimmst.

Kann ein Klient sich verbal nicht mehr artikulieren, musst du für eine professionelle Pflege und Betreuung zusätzliche Möglichkeiten in Betracht ziehen. Wichtig hierzu ist eine vollständige Anamnese, und die Erhebung der Biographie (Lebenslaufbahn/Lebenslauf), um an notwendige Informationen für eine bestmögliche Betreuung zu gelangen! Für die Biographieerhebung sollten dann enge Verwandte befragt werden, weil diese viel aus dem früheren Leben des Klienten zu erzählen haben. 

Ob ein Klient etwas angenehm oder störend empfindet, ist auch aus dessen Mimik, der Körperspannung und seinen Lauten abzulesen. Besonders bei dementen Personen muss das Körperbild/ die Körperhaltung richtig interpretiert werden. So kannst du besser auf die Wünsche deines Klienten eingehen, und die jeweilige Situation so angenehm wie möglich für ihn gestalten. Grundsätzlich können bei dem Konzept der Basalen Stimulation® alle Möglichkeiten vom Setzen von Reizen angewendet werden, die den Klienten in seiner Wahrnehmung positiv unterstützen.

 

 

 


Pneumonie-Prophylaxe

Maßnahmen der Pneumonieprophylaxe

Wofür Pneumonieprophylaxe wichtig ist

Eine Pneumonie (Lungenentzündung) entsteht, wenn die Lunge nicht genügend Luft bekommt, und mit Erregern wie Bakterien, Pilzen oder Viren besiedelt wird. Es entsteht eine Lungenentzündung. Wenn diese Erkrankung nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird, kann das bei älteren Personen, wie deinen Klienten, zum Tod führen. Die meisten Pneumonie Erreger sind empfindlich gegen Sauerstoff. Daher ist eine Pneumonieprophylaxe eine deiner wichtigsten Aufgaben auf bei der Pflege deiner Klienten.

Die Atmung versorgt unseren Körper

Eine gesunde Atmung erfolgt unbewusst, entspannt und beschwerdefrei, und ist dafür verantwortlich, unseren Körper mit Sauerstoff zu versorgen, und das beim Stoffwechsel entstandene Kohlendioxyd wieder auszuscheiden. Unser Herz- und Kreislaufsystem bildet mit der Atmung eine Funktionseinheit zur Sauerstoffversorgung - wir atmen z.B. schneller, wenn das Herz schneller schlägt.

Merke: Gefährdet für Pneumonie sind Klienten mit folgenden Merkmalen
Bettlägerigkeit, Immunschwäche, Klienten mit Herz- und Kreislauferkrankungen, Klienten mit bestehender Erkältung, Klienten, die schwer einatmen und husten können, rauchende Klienten, bei Vorerkrankungen wie Bronchitis, Asthma bronchiale, Schmerzen beim Ein- und Ausatmen, insbesondere bei Schluckstörung und Aspiration von Nahrungsresten oder Flüssigkeiten.

Was uns die Atmung noch verrät

pneumonieprophylaxeWie du eine Pneumonie erkennst: Fieber mit Tachykardie, Schüttelfrost, Schmerzen beim Ein- und Ausatmen, vermehrtes Sputum (eitrig oder blutig). Beim Entstehen einer Pneumonie solltest du oder die Angehörigen einen Arzt verständigen!

Beobachte bei deinem Klienten die Frequenz seiner Atmung. 12–20 Atemzüge pro Minute liegen dabei im Normalbereich. Auffälligkeiten bei der Atmung deines Klienten können wichtige Hinweise sein!

Atemgeräusche: Achte auf Atemgeräusche, wie beispielsweise Röcheln, Rasseln, Pfeifen, die auf Schwellungen, vermehrte Schleimbildung oder auch auf eine Verlegung der Atemwege hinweisen können.

Atemrhythmus: Auch der Atemrhythmus spielt eine Rolle, der durch Schmerzen verändert sein kann.

Atemgeruch: Zusätzlich kann der Atemgeruch, abhängig von der Mundpflege, auch auf Erkrankungen hinweisen.

Husten: Der Husten gilt als Abwehrmechanismus. Es ist ein Schutzreflex, um Fremdkörper oder Sekrete nach außen zu befördern.

Pneumonieprophylaxe: Wichtige Aufgabe

In diesem Zusammenhang ist, neben der Beobachtung der Atmung deines Klienten, die Pneumonieprophylaxe eine der wichtigsten Aufgaben im Rahmen deiner Betreuung. Pneumonie kannst du durch genügende Belüftung beider Lungenflügel bei deinem Klienten verhindern, ebenso langsames Kauen und Schlucken der Nahrung und Flüssigkeit in aufrechter Position ist gut als Vorbeugung.

Dafür solltest du Pneumonieprophylaxen regelmäßig und konsequent durchführen. Bestenfalls baust du diese in deine täglichen Arbeitsabläufe und Tagesaufgaben ein. Jede einzelne Prophylaxe ist wichtig! Allerdings bestehen zwischen ihnen viele Zusammenhänge. Der Kern der Prophylaxen ist die Bewegung. Sie verdient die größte Aufmerksamkeit, denn durch Bewegung beginnt dein Klient wieder Kontakt zur Umwelt aufzunehmen, bewusst zu atmen, zu essen, zu denken usw. Dazu findest du in unserer #ManacareApp auch ein Lernvideo mit dem Thema „Aktivität“.

MERKEDurch prophylaktische Maßnahmen kannst du das Eintreten einer Erkrankung verhindern, die Eintrittswahrscheinlichkeit verringern, und Folgeerkrankungen abwenden. Dein Einsatz dient der Erhaltung der Gesundheit deines Klienten.

Wichtige Maßnahmen der Pneumonieprophylaxe

pneumonieprophylaxeAbgesehen von der Bewegung, gibt es weitere Möglichkeiten deine Klienten im Rahmen der Pneumonieprophylaxe im Alltag zu unterstützen:

  • Lüften - frische Luft im Zimmer erleichtert das Atmen. Bei zu trockener Luft, ist ein Luftbefeuchter zu empfehlen.
  • Genügend Flüssigkeit einnehmen - damit die Schleimhäute nicht eintrocknen und ein Abhusten möglich ist.
  • Essen und Trinken nur in aufrechter Position - um das Aspirationsrisiko zu reduzieren.
  • Stärke das Immunsystem deines Klienten durch eine gesunde, ausgeglichene und vitaminreiche Kost.
  • VATI Lagerung (die Beschreibung dazu findest du im letzten Absatz)
  • Führe atemstimulierende Einreibungen durch (5 bis 10-minütige, kreisförmige Streichbewegungen mit Salbe oder mit Massage-Öl)
  • Mache Atemübungen mit deinem Klienten (tiefes Ein- und Ausatmen, lautes Vorlesen oder Singen). Das regt seine Atmung an.
  • Fördere mit regelmäßiger Mundpflege die physiologischen Funktionen der Mundschleimhaut deines Klienten, denn so kannst du ebenso Infekten vorbeugen.
  • Verwende Hilfsmittel (Luftballon aufblasen, Kerzen auspusten)
    • ACHTUNG: Spezielle Hilfsmittel zum Atemtraining dürfen nicht ohne eine Anordnung des Arztes verwendet werden. Achte auf die korrekte Verwendung des Gerätes!
  • Animiere deinen Klienten zum Abhusten – achte dabei darauf, dass grundsätzlich der Auswurf in ein Papiertaschentuch erfolgt und nicht hinuntergeschluckt wird.
    • ACHTUNG: NICHT Abklopfen – das führt zu Verletzungen. Bei schwachen Klienten, die nicht abhusten können, wird das Sekret in die Tiefe der Lunge bewegt!
  • Es empfiehlt sich, Medikamente oder Inhalationen nur nach ärztlicher Verordnung durchführen.
  • Weiter hilft deinem Klienten die Oberkörper-Hochlagerung – diese erleichtert deinem Klienten die Atmung und das Abhusten.
    • Hierbei können zusätzlich seine Arme auf ein Kissen hochgelagert werden. Der Brustkorb wird dadurch von der Last der Schultern befreit.
    • Eine Knierolle oder ähnliches entspannt die Bauchmuskulatur und erleichtert damit auch die Atmung.
    • ACHTUNG: Verhindere, dass dein Klient nicht zum Fußende rutscht. Dadurch würde der Oberkörper zusammengedrückt und die Atmung erschwert werden!

Die V–A–T–I Lagerung

Diese Lagerung dient der Dehnung des Brustkorbes deines Klienten und damit der besseren Belüftung seiner Lunge. Die Buchstaben bei den Lagerungsnamen verkörpern die Lage der Kissen unter dem Rücken des Klienten.

Jede dieser Positionen kann gegebenenfalls mehrmals täglich für ca. 10 bis 20 min angewendet werden, wenn dies von unserem Klienten gewünscht bzw. toleriert wird.

1. V-Lagerung: Entlang des Rückens des Klienten werden zwei Kissen zu einem "V" aufgelegt, die beiden berühren sich am Steißbein und gehen hier zum "V" zusammen. Wenn sich der Klient hinlegt, dann befinden sich die Schenkel des "V" unter seinen Schultern. Diese Art der Lagerung intensiviert die Belüftung der seitlichen Thorax-Bereiche. Der seitliche Thorax und die unteren Lungenbezirke werden gedehnt. An das Dekubitusrisiko denken. Hier sind die Fersen und der Sakralbereich gefährdet.

Pneumonie-Prophylaxe A-Lagerung

 

 

2. A-Lagerung: Genau umgekehrt erfolgt die A-Lagerung. Die Kissen werden wieder zu einem "A" zusammengelegt: Die Spitzen befinden sich beim Hinlegen des Klienten am Steißbein, und die Schenkel reichen zu den Schultern. Die A-Lagerung intensiviert die Belüftung der Lungenspitzen, und die Flanken sowie die oberen Bereiche der Lunge werden gedehnt. Diese Lagerung sollte nicht für kachektische Klienten (Hohlkreuz), oder Klienten mit Hemiplegie (Halbseitenlähmung) verwendet werden, da sie Spastik der Schultern fördern können. Hier wäre die I-Lagerung angebracht.


Pneumonie-Prophylaxe 3. T-Lagerung
: Bei der T-Lagerung wird ein "T" aus den Kissen geformt. Zuerst wird ein Kissen hingelegt, das dann beim liegenden Klienten auf Höhe der Schultern einer Seite auf die andere reicht. Danach wird ein Kissen darübergelegt, welches bis zum Steißbein des Klienten reicht. Die T-Lagerung, je nach Platzierung des Querkissens, fördert die Belüftung der oberen, mittleren oder unteren Lungenbezirke und dehnt den ganzen Brustkorb. Vorsicht: Hier besteht ein Dekubitusrisiko im Sakralbereich.

 

 

Pneumonie-Prophylaxe T-Lagerung4. I-Lagerung: Die I-Lagerung erfolgt gleich wie die T-Lagerung, nur dass das Querkissen weggelassen wird.

 


Selbstfürsorge

Selbstfürsorge bei Stress in der Pflege

Selbstfürsorge: Wie du Stress bei deiner Arbeit in der 24-Stunden-Pflege vorbeugen kannst

Sei es bei geistigen Erkrankungen wie Demenz oder starken körperlichen Einschränkungen: Auf einmal ist der Punkt erreicht und ein Mensch braucht Hilfe in seinem Alltag. In vielen Fällen ist es für die Betroffenen schon schlimm genug, dass sie auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Umso schöner, wenn sie in einer solchen Situation nicht umziehen müssen, sondern in ihren eigenen vier Wänden wohnen bleiben können.

An dieser Stelle kommst du ins Spiel. Denn häufig ist es den Angehörigen nicht möglich, zusätzlich zu ihrem eigenen Leben alleine eine 24-Stunden-Betreuung zu leisten. Als PersonenbetreuerIn kannst du hier eine wertwolle Unterstützung bieten und deinen Klienten und ihren Angehörigen das Leben erleichtern. Damit das auf Dauer gut funktioniert, ist es jedoch sehr wichtig, dass du auch für dein eigenes Wohlbefinden sorgst, indem du Selbstfürsorge betreibst. Wir sagen dir wie. .

Auf Ausgleich und Freizeiten achten

Selbstfürsorge SpazierenDu möchtest deinen Klienten helfen und das ist auch richtig so. Doch du kannst ihnen nur dann eine gute Unterstützung sein, wenn du dich selbst in einem guten Zustand befindest. Und das gilt sowohl für deine körperliche als auch geistige Verfassung. Darum ist es wichtig, dass du darauf achtest, neben deiner Arbeit ausreichend Ruhezeiten und Abwechslung zu finden. So gelingt es dir, auch in stressigen Situationen viel besser, Ruhe zu bewahren.

Beispielsweise wird dein Nachtschlaf gestört, weil dein Klient unruhig ist oder von dir zur Toilette begleitet werden muss. Dann solltest du aus Selbstfürsorge versuchen, die fehlende Zeit nachzuholen. Des Weiteren hilft es dir, passend zum Alltag deines Klienten einen festen Pausenrhythmus einzuhalten. Nicht zuletzt ist es wichtig, dass du deine tägliche Freizeit in Anspruch nimmst. Verlass dabei am besten das Haus, um einmal auf ganz andere Gedanken zu kommen. Wichtig dabei ist, dass du deine Pause mit Angehörigen abstimmst, damit dein Klient jederzeit versorgt ist.

Selbstfürsorge = Für gute Ernährung sorgen

Bei der Betreuung deiner Klienten achtest du ganz selbstverständlich darauf, dass sie sich ausreichend und gesund ernähren. Mit der gleichen Sorgfalt solltest du aber auch mit deinem eigenen Essen umgehen. Das bedeutet für dich: Gewöhne dir für deine Mahlzeiten einen festen Rhythmus an und sorge dafür, dass du sie in Ruhe einnehmen kannst. Achte außerdem darauf, dass sie alle wichtigen Nährstoffe enthalten, die dein Körper braucht. So steht deiner Selbstfürsorge nichts mehr im Weg.

Wichtig zu wissen: Ältere Menschen essen häufig nur wenig und halten das für normal. So kann es dazu kommen, dass sie deine Portionen zu groß finden bzw. dir vorwerfen, ihnen den Kühlschrank leer zu essen. Wenn dir das passieren sollte, ist es ratsam, so schnell wie möglich nach dem ersten Vorfall die Angehörigen hinzuzuziehen. Sie sind am besten dazu geeignet, dieses Thema mit deinem Klienten zu besprechen und eine Lösung zu finden.

Grenzen setzen und aussprechen

Selbstfürsorge GrenzenGerade wenn dein Klient viel Unterstützung braucht, ist es für ihn gut zu wissen, dass du da bist. Doch durch diese Nähe können die Ansprüche an dich auch mal das Maß übersteigen. In einem solchen Fall ist es wichtig, dass du auf dein Wohl achtest und aus Selbstfürsorge Grenzen setzt. Gib deutlich zu verstehen, was du leisten kannst und was nicht. Denn schließlich ist niemandem geholfen, wenn du wegen Übermüdung oder Überforderung ausfällst.

In den meisten Fällen reicht es aus, wenn du deinen Klienten und seine Angehörigen in einer ruhigen Situation auf die Problematik ansprichst. Am besten setzt du für dieses Gespräch vorab einen festen Zeitpunkt fest, zu dem sich alle treffen. Notiere dir vorab auf einem Zettel die wichtigsten Punkte, damit du nichts vergisst. Bemühe dich um einen netten und sachlichen Ton und versuche, ein konkretes Ergebnis zu erreichen.

Auf Notfälle vorbereiten gehört auch zur Selbstfürsorge

Bei einer bereits erkrankten Person kann es jederzeit zu einem Notfall kommen. Damit du in einer solchen Situation nicht in Stress gerätst, solltest du dich darauf vorbereiten. Lass dich dafür zu Beginn deiner Tätigkeit genau über den Gesundheitszustand deines Klienten aufklären. Frage dabei auch, welche Risiken damit im Alltag einhergehen. Hat dein Klient Diabetes, kann bei gestörtem Blutzuckerspiegel zum Beispiel Bewusstlosigkeit auftreten.

Informiere dich darüber, was in einem solchen Fall zu tun ist. Damit gelingt es dir, unnötigen Stress zu vermeiden und einen kühlen Kopf zu bewahren. Außerdem ist es sinnvoll, dir vorab die wichtigsten Notfallnummern griffbereit zu notieren oder sogar direkt in dein Telefon abzuspeichern. Hierzu zählen die Nummern der Angehörigen und des Vertrauensarztes sowie auch die gängigen Notruf-Nummern für Österreich:

  • Internationaler Notruf: 112
  • Feuerwehr: 122
  • Polizei: 133
  • Rettung/Emergency: 144

In der #ManacareApp findest du unter dem Stichwort „Notfall“ weiterführende Informationen zum richtigen Verhalten in Notfällen und eine Übersicht über mögliche Notfall-Ursachen.

Seriöse Organisation auswählen

Seriöse_Vermittlungsagentur

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, bei deiner Arbeit gut für dich zu sorgen. Ein ganz entscheidender Punkt zur Stressvermeidung liegt jedoch schon vor Antritt deiner Tätigkeit: bei der Wahl der Vermittlungsagentur. Dabei solltest du unbedingt darauf achten, ob du es mit einem seriösen Unternehmen zu tun hast. Ein Beispiel dafür ist die Internet-Plattform von manacare, über die du gute und ernstzunehmende Aufträge findest. Manacare hat sich darauf spezialisiert, mit den besten Organisationen zusammenzuarbeiten.

Über unsere Manacare App bieten wir dir eine zusätzliche Unterstützung bei allen Fragen rund um deine Tätigkeit. Mit dem Ratgeber „Frag Tom“ kannst du dich genau über Themen wie Arbeitssuche, Diagnosen und Patientenbetreuung informieren. Außerdem findest du hier diverse Schulungsvideos, wie z.B. Körperpflege, Hygiene und Mobilität. Nicht zuletzt stehen wir dir auch an der kostenlosen Support-Hotline persönlich zur Verfügung.

Hier geht's zu unserer #ManacareApp.

 


Chronische Krankheiten

Chronische Krankheiten

Chronische Krankheiten: So bietest du Hilfe zur Selbsthilfe

Bei der Betreuung deiner Klienten hast du häufig mit so genannten chronischen Krankheiten zu tun. Insbesondere ältere Menschen sind davon betroffen. Häufig liegen bei ihnen sogar mehrere solcher Erkrankungen vor, da im Alter die Regenerationsfähigkeit der Körperzellen vermindert ist. In einem solchen Fall spricht man von Multimorbidität. Doch was genau macht eigentlich eine chronische Krankheit aus? 

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) handelt es sich dabei um eine lang andauernde und im Allgemeinen langsam fortschreitende Krankheit. Grundsätzlich versteht man darunter sowohl körperliche als auch psychische Erkrankungen, die nur langsam oder auch gar nicht ausheilen. Häufig wird der Begriff zudem als Abgrenzung zu einer akuten Erkrankung verwendet, die im Gegensatz zur chronischen Krankheit nur vorübergehend auftritt. 

Leben mit Einschränkung durch chronische Krankheiten

Chronische Krankheiten EinschränkungenBei der Unterscheidung von akuten und chronischen Krankheiten geht es aber nicht nur um die reine Definition. In vielen Fällen ist es für die Betroffenen sogar sehr wichtig, offiziell als chronisch krank eingestuft zu werden. Denn dann greifen besondere gesetzliche Grundlagen zum Beispiel was die Zuzahlung für Arzneimittel betrifft. Das gleiche gilt für den Anspruch auf Rehamaßnahmen, Rentenzahlungen und vieles mehr. 

Für Betroffene bedeuten solche Erkrankungen meist eine große Belastung. Vielmals schränken sie das bisher gewohnte Leben ein und gehen mit Schmerzen und langwierigen Therapien einher. Hinzu kommen unter Umständen Einschränkungen in der Beweglichkeit und die Notwendigkeit, sich an eine andere Ernährung zu gewöhnen. Nicht selten geht dadurch auch das bisherige soziale Umfeld verloren.

Körperliche und seelische Belastung

Im Falle von chronische Krankheiten handelt es sich häufig um typische „Alterskrankheiten“. Das heißt Beschwerden, die besonders bei älteren Menschen auftreten. Zu ihnen zählen zum Beispiel Arthritis bzw. Arthrose, Demenz, Diabetes, Herzschwäche, Inkontinenz, Parkinson und Rheuma. Aber auch Atemwegs-, Autoimmun-, Organ- und Darmerkrankungen, Allergien Depression, Krebs, Osteoporose, Taubheit, Tinnitus und viele weitere Beschwerden.

Oftmals treten bei deinen Klienten mehrere dieser Erkrankungen gleichzeitig auf. Und häufig bedingen sie sich auch gegenseitig. Das heißt, eine körperliche Erkrankung belastet langfristig die Psyche der Betroffenen. Psychische Beschwerden können sich wiederum auch in diversen körperlichen Erkrankungen niederschlagen. So entsteht eine mehrfache Belastung, die die Lebensqualität deiner Klienten deutlich einschränkt.

Tipps zum Umgang mit Klienten 

Chronische Krankheiten Positive StimmungBei Klienten mit chronischen Erkrankungen kommt es also nicht nur auf eine gute Versorgung des Körpers an. Auch auf psychischer Ebene brauchen sie viel Unterstützung, um ihr Schicksal zu (er)tragen. Als Betreuerin spielst du hierbei eine große Rolle. Mit ein bisschen Fingerspitzengefühl und einer großen Portion Verständnis kannst du einiges zum Befinden deiner Klienten beitragen. Hier ein paar Tipps:

  • Zuhören: Schenke den Sorgen und Nöten deiner Klienten Aufmerksamkeit und nimm dir die Zeit, ihnen zuzuhören. Es reichen häufig wenige Minuten, damit sie sich wahrgenommen und verstanden fühlen. 
  • Selbständigkeit fördern: Unterstütze deine Klienten dabei, so viele Tätigkeiten wie möglich alleine auszuführen. Statt sich hilflos und ausgeliefert zu fühlen, stärkt das Aktivwerden ihren Selbstwert. Beginne mit kleinen Aufgaben und steigere, wenn möglich, langsam die Anforderungen.
  • Verantwortung abgeben: Finde heraus, was deine Klienten gerne tun (zum Beispiel kochen), und lege gemeinsam mit ihnen fest, welche Tätigkeiten sie dabei übernehmen können. Diese Verantwortung gibt ihnen das Gefühl, gebraucht zu sein und motiviert dranzubleiben.
  • Positiv denken: Häufig sehen deine Klienten nur das, was ihnen nicht mehr möglich ist. Lenke ihre Aufmerksamkeit stattdessen auf die Dinge, die immer noch gehen. Eine positive Einstellung trägt maßgeblich zum körperlichen wie seelischen Wohlbefinden bei. 

Chronische Krankheiten-Unterstützung mit aktivierender Pflege

Chronische Krankheiten aktivierende PflegeDie oben genannten Tipps lassen sich ideal mit dem Konzept der so genannten aktivierenden Pflege umsetzen. Das Motto lautet: „Hilfe zur Selbsthilfe“. Deine Klienten werden hierbei aktiv in alle Maßnahmen einbezogen, so dass sie langfristig die größtmögliche Selbständigkeit im Alltag erlangen. Im Gegensatz hierzu steht die versorgende Pflege, bei der man den Betroffenen sehr viele Alltagsaktivitäten wie z.B. die Körperpflege abnimmt. 

Die aktivierende Pflege funktioniert wie ein Trainingsprogramm für Körper und Geist. Am Anfang steht dabei die Bestandsaufnahme: Welche Bewegungen bzw. Tätigkeiten können die Betroffenen noch ausführen? Welche sind ihnen selbst wichtig? Wobei benötigen sie konkrete Anleitung oder zumindest Beaufsichtigung? Was muss für die Umsetzung zum Beispiel in Bezug auf die Wohnungseinrichtung oder andere Hilfsmittel vorbereitet werden?

Selbständigkeit fördern

Als Pflegerin kommt dir dabei die Aufgabe zu, deine Klienten gemäß ihren individuellen Möglichkeiten zum Handeln aufzufordern. Du leitest sie bei den einzelnen Maßnahmen an, indem du erklärst, was zu tun ist. Gegebenenfalls reichst du etwas an, wie zum Beispiel eine Bürste oder einen Schwamm bei der Körperpflege, oder führst zunächst auch die Hand. Wenn du hierbei Mut zusprichst und auch kleine Fortschritte lobst, motiviert das zum Dranbleiben. 

Einzige Voraussetzung für diese Form der Pflege ist: Deine Klienten müssen dich verstehen können und auch grundsätzlich in der Lage dazu sein, die gewünschten Handlungen auszuführen. Dann steht dem Training nichts mehr im Wege. Dass sich deine Klienten dabei anstrengen, ist durchaus gewollt. „Fordern ohne zu überfordern“ lautet das Prinzip. So kannst du mit deinen Klienten auch Aufgaben festlegen, die sie in deiner Abwesenheit üben.

Mehr Selbstwert – mehr Sicherheit

Chronische Krankheiten Trinkbecher mit AufsatzDu unterstützt deine Klienten bei ihrer Selbständigkeit, indem du in ihrem Umfeld für optimale Bedingungen sorgst. Dazu zählen z.B. Sicherheitsgriffe an WC und Dusche, das griffbereite Platzieren von benötigten Gegenständen oder Hilfsmittel zum Ankleiden wie Strumpfanzieher und Anziehhaken. Aber auch alle Formen von Gehhilfen und Anti-Rutschmatten sowie bruchsicheres Geschirr, Besteck mit großen Griffen und .

Dieses Vorgehen bringt eine Reihe von Vorteilen mit sich. Denn auch, wenn es zunächst zeitaufwändiger scheint: Sobald sich deine Klienten Stück für Stück mehr selber helfen können, sinkt der Versorgungsaufwand wieder erheblich. Aktiv zu sein trägt zum Selbstwert bei, da sich deine Klienten weniger abhängig fühlen. Eine größere Beweglichkeit verbessert das Körpergefühl und senkt unter Umständen sogar das Sturzrisiko.

 

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Rheuma

Rheuma

Was es heißt, wenn deine Klienten davon betroffen sind

Beim Begriff Rheuma denken die meisten an steife Gelenke, die vor allem bei feuchtem und wechselndem Wetter schmerzen. Der ein oder andere hat dabei auch die typischen deformierten „Gichtfinger“ vor Augen. Was die wenigsten jedoch wissen: Rheuma steht nicht für eine einheitliche Krankheit, sondern ist ein Oberbegriff für rund 400 unterschiedliche Erkrankungen. Manche von ihnen ähneln sich, andere wiederum sind völlig verschieden.

Dennoch haben alle rheumatischen Erkrankungen eine Gemeinsamkeit: Für die Betroffenen gehen sie meist mit permanenten Schmerzen einher. Manche Bewegungen sind dadurch nur noch mit Mühe, andere vielleicht auch gar nicht mehr möglich. Für den Umgang mit deinen Klienten ist es wichtig, dass du die Besonderheiten ihrer rheumatischen Erkrankung berücksichtigst. So kannst du sie in ihrem Alltag genau so unterstützen, wie sie es benötigen.

Überblick: die drei Rheuma-Hauptgruppen

Rheuma-GruppenDas Spektrum der Krankheitsbilder, die unter dem Begriff Rheuma zusammengefasst werden, ist enorm. Damit du dir einen guten Überblick darüber verschaffen kannst, stellen wir dir die drei Hauptgruppen rheumatischer Erkrankungen vor. Außerdem erfährst du hier, welche Krankheiten in jeder dieser Gruppen am häufigsten auftreten.

1. Entzündliche rheumatische Erkrankungen

Für diese Form der Erkrankungen ist eine Störung des Immunsystems die Hauptursache. Der Körper hält sein eigenes Gewebe für einen Eindringling und beginnt, es zu bekämpfen (Autoimmunreaktion). Dies sind die am weitesten verbreiteten Erkrankungen dieser Gruppe:

Rheumatoide Arthritis: auch bekannt unter dem Namen chronische Polyarthritis. Man versteht darunter eine chronisch entzündliche Erkrankung des Bewegungsapparats, insbesondere der kleinen Gelenke in Fingern und Zehen. Ebenso kann die Entzündung aber auch Weichteile und Organe betreffen.

Psoriasis-Arthritis: bezeichnet Entzündungen in Gelenken und der Wirbelsäule, die im Zusammenhang mit einer Schuppenflechte auftreten.

Sponsylitis ankylosans: auch bekannt als Morbus Bechterew. Es handelt sich hierbei um eine chronische Entzündung, die hauptsächlich in der Wirbelsäule auftritt, jedoch auch andere Strukturen des Bewegungsapparats sowie Organe betreffen kann.

Kollagenosen: bezeichnet diverse entzündliche Erkrankungen des Bindegewebes, die sich auch auf Organe und Gelenke niederschlagen können.

Vaskulitiden: ist der Oberbegriff für entzündliche Gefäßerkrankungen, an denen auch Organe beteiligt sein können.

2. Degenerative rheumatische Erkrankungen

Rheuma-BewegungDie Hauptursache dieser Form der Erkrankungen ist (Gelenk-)Verschleiß, der in Folge von meist jahrelanger Überbeanspruchung geschieht. Der Grund dafür können schwere Arbeit, Fehlhaltungen oder auch Übergewicht sein. Die häufigsten Erkrankungen dieser Gruppe sind:

Arthrosen: bezeichnet Veränderungen an Knochen, Knorpel und Bindegewebsanteilen verschiedener Gelenke, teilweise auch mit entzündlichen Vorgängen.

Spondylosen: umfasst Veränderungen an Gelenken und Zwischenwirbelscheiben der Wirbelsäule. Dies kann auch zu Schwierigkeiten mit den Nerven führen, die dort aus dem Rückenmark austreten.

Osteoporose: auch als Knochenschwund bekannt. Diese Erkrankung bezeichnet eine Reduktion der Knochenmasse, die eine erhöhte Brüchigkeit der Knochen nach sich zieht.

3. Weichteilrheumatische Erkrankungen

In dieser Gruppe werden verschiedene Krankheitsbilder zusammengefasst, deren Symptome sich auf Schmerzen in Muskeln und Sehnen beziehen. Es können aber Schleimbeutel und das Unterhautbindegewebe betroffen sein. Die wichtigste Krankheit dieser Gruppe ist die

Fibromyalgie: bezeichnet eine nicht-entzündliche chronische Schmerzkrankheit des Bewegungsapparats.

Rheuma-Symptome: mehr als nur Gelenkschmerzen

Wichtig zu wissen: Rheuma-Erkrankungen sind nicht heilbar. Jedoch lassen sich mit diversen Therapien gute Behandlungserfolge erzielen. Je früher die jeweilige Krankheit erkannt wird, desto besser ist sie therapierbar. Erschwert wird dies in vielen Fällen jedoch dadurch, dass die auftretenden Symptome sehr vielschichtig sein können. Das macht es nicht so einfach, sie mit einer der vielen rheumatischen Erkrankung in Verbindung zu bringen.

Neben Schmerzen in Gelenken, Muskeln, Sehnen, Bindegewebe und sogar der Haut gehen rheumatische Erkrankungen häufig auch mit schweren Allgemeinsymptomen einher. Hierzu können unter anderem ein Gefühl von Schwäche und Abgeschlagenheit zählen, aber auch Müdigkeit, starkes Schwitzen in der Nacht, Fieber und Gewichtsverlust. Das heißt, häufig tritt bei deinen Klienten ein ganzes Bündel an Beschwerden gleichzeitig auf.

Tagesplanung: die Symptome bestimmen den Rhythmus

Rheuma-Tages-PlanungDie Symptome können je nach Tageszeit ganz unterschiedlich stark auftreten. Du solltest deine Klienten darum ganz genau beobachten. Wenn du den Verlauf ihrer Beschwerden bei ihrer Versorgung berücksichtigst, kannst du maßgeblich zu ihrem Wohlergehen beitragen. Ein Beispiel: Dein Klient hat Arthrose und leidet vor allem direkt nach dem Aufstehen unter enormer Steifheit in mehreren Gelenken.

Es ist darum hilfreich, wenn du mit Tätigkeiten wie der Körperpflege oder dem Anziehen wartest, bis deinem Klienten die Bewegungen etwas leichter fallen. Das gleiche gilt natürlich auch für alle anderen Aktivitäten, bei denen körperliche Bewegung erfordert wird. Wenn du weißt, dass dein Klient nachmittags am besten drauf ist, dann plane für diese Tageszeit eure Spaziergänge, den Ausflug zum Supermarkt und ähnliches ein.

Schübe: auch bei Schmerzen aktiv bleiben

Ein weiteres Merkmal vieler Rheuma-Erkrankungen ist das plötzliche Auftreten von Verschlechterungen. Bei diesen so genannten akuten Schüben ist von dir als Betreuerin besondere Umsicht gefragt. Zum einen benötigen deine Klienten dann besonders viel Verständnis, da sie selbst am meisten unter den starken Schmerzen leiden. Zum anderen solltest du ihnen dennoch nicht alles abnehmen, sondern sie animieren, aktiv zu bleiben.

Hinter diesem Gedanken steht das Konzept der aktivierenden Pflege, mit dem deinen Klienten so lange wie möglich ein gewisser Grad der Selbständigkeit erhalten bleiben soll. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten werden sie dabei in alltägliche Tätigkeiten wie die Körperpflege, das Anziehen oder auch das Kochen aktiv eingebunden. Im Artikel „Chronische Krankheiten: So bietest du Hilfe zur Selbsthilfe“ erfährst du mehr dazu.

Alltag: Tipps zum Leben mit Rheuma

Rheuma-Gesunde-LebensmittelIm Folgenden findest du noch ein paar praktische Tipps, wie du deinen Klienten bei ihrem Leben mit Rheuma am besten helfen kannst.

Medikamente: Um unnötige Schmerzen zu verhindern, achte darauf, dass deine Klienten ihre Medikamente rechtzeitig einnehmen. Besonders Schmerzmittel dürfen nicht auf leeren Magen genommen werden. Am besten ist es darum, die Einnahme mit den Mahlzeiten zu verbinden.

Lebensstil: Du trägst maßgeblich zum Wohlbefinden deiner Klienten bei, wenn du sie bei einem gesunden Lebensstil unterstützt. Animiere sie darum zu regelmäßiger Bewegung an der frischen Luft und sorge für eine möglichst gesunde Ernährung. Bei Rheuma hilft besonders, den Anteil von Fleisch zugunsten von Gemüse und hochwertigen Ölen zu reduzieren.

Hilfsmittel: Du kannst den Alltag deiner Klienten leichter machen, wenn du sie mit passenden Hilfsmitteln unterstützt. So fällt ihnen vielleicht das Gehen mit einem Rollator leichter. Auch zusätzliche Haltegriffe im Bad, in der Küche oder an anderen Stellen der Wohnung sorgen neben mehr Sicherheit auch für mehr Selbständigkeit.

 

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Gewerbeanmeldung

Gewerbeanmeldung in nur 5 Schritten

Gewerbeanmeldung: So wirst du selbständige/r PersonenbetreuerIn in Österreich

Wie du bei einer Gewerbeanmeldung vorgehen musst, und was dabei zu beachten ist, erfährst du in unserem nachfolgenden Artikel. Unsere Gesellschaft wird stetig älter. Dadurch gibt es immer mehr Senioren, die aus gesundheitlichen Gründen in ihrem Alltag Hilfe brauchen. Sei es beim Erledigen von Aufgaben im Haushalt, dem Zubereiten und Einnehmen von Mahlzeiten oder bei der körperlichen Pflege. Egal, welcher Grund sie in diese Situation geführt hat: Für alle ist es am schönsten, trotz ihrer Einschränkungen in ihrem gewohnten Umfeld leben zu können.

Die Familie kann die damit verbundenen Aufgaben jedoch meist nicht aus eigener Kraft leisten. Vor allem, wenn ihre Angehörigen eine 24-Stunden-Betreuung benötigen. In solchen Fällen sind PersonenbetreuerInnen eine wertwolle Unterstützung bei der Versorgung der Betroffenen. Um in Österreich in diesem Bereich selbständig tätig werden zu können, gibt es einige gesetzliche Bedingungen, die wir dir im Folgenden erklären.

Sicher in die Selbständigkeit

Wenn du in Österreich als selbständige/r PersonenbetreuerIn arbeiten möchtest, sind dafür zwei Modelle möglich:

  1. Hierbei suchst du dir deine Klienten selbst. Du schließt direkt mit ihnen einen Vertrag ab und stellst ihnen deine Leistungen in Rechnung.
  2. Du schließt mit einer Agentur einen Vertrag ab, die dich an Klienten vermittelt. Die Rechnung für deine Arbeit stellst du wiederum an den Klienten.

Beim ersten Modell musst du dich selbst um alle Behördengänge kümmern, die nötig sind, um in Österreich legal als selbständige/r PersonenbetreuerIn arbeiten zu dürfen. Beim zweiten Modell nimmt dir häufig die Agentur dieser Schritte ab.

Tipp: Informiere dich bitte vorab genau darüber, welche Leistungen die Agentur für dich erbringt und welche du selbst übernehmen musst. Orientiere dich dabei an unserer Übersicht.

Schritt 1: Wohnsitz anmelden für Gewerbeanmeldung

MeldezettelWenn du für deine Tätigkeit als selbständige/r PersonenbetreuerIn nach Österreich ziehst, bist du verpflichtet, drei Tage nach Bezug deiner Unterkunft deinen Wohnsitz anzumelden. Dies gilt auch für den Fall, dass du bei deinem Klienten wohnst. Bei Nicht-Erfüllung der gesetzlichen Meldepflicht droht eine Geldstrafe von bis zu 726 EUR.

Die Anmeldung erfolgt beim zuständigen Gemeindeamt oder Magistrat. Du benötigst dafür die folgenden Unterlagen:

  • Meldezettel-Formular, vom Wohnungseigentümer bzw. Hauptmieter unterschrieben,
  • Reisepass,
  • Geburtsurkunde und
  • falls vorhanden: Nachweis des akademischen Grades.

Schritt 2: Gewerbeanmeldung

Gewerbestandort

Gewerbeanmeldung StartDer nächste Schritt in deine selbständige Tätigkeit ist die Anmeldung eines Gewerbes. Hierfür wendest du dich an die Bezirksverwaltungsbehörde der Stadt, in der sich dein Gewerbestandort befindet. Der Gewerbestandort kann die Adresse deines Klienten sein. Wenn du über eine Agentur vermittelt wirst, kannst du nach vorheriger Absprache auch ihre Adresse als Gewerbestandort angeben.

Unterlagen

In der Bezirksverwaltungsbehörde befindet sich die für dich zuständige Gewerbebehörde. Hier kannst du deine Anmeldung für das freie Gewerbe „Personenbetreuung“ einreichen. Für die Anmeldung benötigst du folgende Unterlagen:

 

  • Gültiger Reisepass
    • oder: Geburtsurkunde und Staatsbürgerschaftsnachweis bzw. Aufenthaltstitel für Drittstaatenangehörige,
  • im Falle einer Namensänderung: Heiratsurkunde/Scheidungsurkunde,
  • bei Wohnsitz außerhalb von Österreich: Meldebestätigung,
  • bei Wohnsitz außerhalb von Österreich oder Aufenthaltsdauer in Österreich unter 5 Jahren: Strafregisterbescheinigung des Herkunfts- bzw. Aufenthaltslandes und
  • im Falle einer Neugründung: Bestätigung der zuständigen Wirtschaftskammer.

Formular zur Gewerbeanmeldung 

Zusätzlich zu den oben genannten Unterlagen benötigst du ein Anmeldeformular. Du erhältst dieses Formular, wenn du persönlich zur Anmeldung in die Gewerbebehörde gehst. Damit du nicht vor verschlossenen Türen stehst, solltest du dich unbedingt vorab über die Öffnungszeiten informieren. Alternativ kannst du die Anmeldung auch online über das Unternehmensservice-Portal durchführen.

Voraussetzungen:

Für die Anmeldung eines Gewerbes in Österreich musst du folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Alter: mindestens 18 Jahre,
  • Eigenberechtigung, d.h. keine Sachwalterschaft,
  • Staatsangehörigkeit EU/EWR-Mitgliedsstaat/Schweiz und
  • bei anderen Herkunftsländern: Aufenthaltstitel (Aufenthaltsberechtigung).

Ausnahmen:

Auch wenn du die oben genannten Voraussetzungen erfüllst, kannst du kein Gewerbe anmelden:

  • bei Vorliegen noch nicht getilgter Vorstrafen,
  • im Falle eines mangels Vermögen nicht eröffneten oder aufgehobenen Insolvenzverfahrens in den vergangenen drei Jahren,
  • bei bestimmten Finanzvergehen, deren Verurteilung nicht länger als fünf Jahre zurückliegen oder
  • bei Entziehung der Gewerbeberechtigung (auch im Ausland).

Kosten:

Seit 2019 fallen für die Gewerbeanmeldung keine Kosten mehr an.

Tipp: Die Wirtschaftskammern bieten Beratungsgespräche, informieren über das Neugründungsförderungsgesetz und helfen auch bei der Gewerbeanmeldung.

Start deiner Tätigkeit

Wichtig ist, dass du für die Reise nach Österreich alle deine Unterlagen im Original mit dabei hast. Sobald du deine Unterlagen vollständig eingereicht hast, darfst du in Österreich als selbständige/r PersonenbetreuerIn arbeiten.

Schritt 3: Anmeldung zur Sozialversicherung

Gewerbeanmeldung SVAMit deiner Gewerbeanmeldung geht automatisch eine Pflichtversicherung in der österreichischen Kranken-, Pensions-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung einher. Daher erfolgt mit deiner Gewerbeanmeldung eine automatische Anmeldung bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVS). Weitere Infos dazu findest du auch in der ManacareApp Website.

Auch wenn du zusätzlich zu deiner Selbständigkeit noch eine angestellte Tätigkeit ausübst, besteht die Pflicht, sich bei der SVS anzumelden. Diese Pflicht entfällt nur, wenn du deinen Wohnsitz in einem anderen Land hast und dort steuer- und sozialpflichtige Einkünfte vorliegen – auch aus unselbständiger Arbeit. Das liegt auch dann vor, wenn du auch einen Wohnsitz in Österreich hast, sich dein Lebensmittelpunkt aber in dem anderen Land befindet.

Tipps: Für Neugründer sind die Sozialversicherungsbeiträge in den ersten drei Jahren niedriger, um ihnen den Einstieg in die Selbständigkeit zu erleichtern. Informationen dazu gibt es in der Gründungsberatung der Wirtschaftskammern. Hier kann auch die Anmeldung zur SVS erfolgen.

Schritt 4: Gewerbeanmeldung bringt Mitgliedschaft in der Wirtschaftskammer

Mit der Anmeldung deines Gewerbes wirst du automatisch Mitglied der Wirtschaftskammer. Dabei bestimmt der Standort deines Gewerbes, zu welcher Landeskammer du gehörst. Von hier bekommst du alle weiteren Informationen zu Mitgliedschaft und Leistungen der Kammer sowie zur Zahlung von Beiträgen.

Die genaue Höhe der Grundumlage kannst du bei der Fachgruppe Personenberatung und Personenbetreuung in deinem Bundesland erfragen. Beispiel: Für eine natürlich Person in der Fachgruppe allgemeines Gewerbe variiert die Grundumlage zwischen 40 EUR in Niederösterreich und 96 EUR im Burgenland. In der #ManacareApp findest du alle weiteren Infos und Kontaktdaten zu den Wirtschaftskammern. Du kannst die ManacareApp direkt aus GooglePlay oder aus dem AppStore auf dein Handy herunterladen. Außerdem kannst dich unter https://manacare.app/user/register auch am Computer registrieren.

Schritt 5: Meldung beim Finanzamt

In den ersten vier Wochen, nachdem du deine Arbeit als selbständige/r PersonenbetreuerIn aufgenommen hast, musst du diese Tätigkeit beim zuständigen Finanzamt melden. Hierfür reicht eine formlose Mitteilung, die sowohl schriftlich als auch mündlich erstattet werden kann. Des Weiteren musst du einen Fragebogen ausfüllen (Formular Verf 24), den du dir von der Website des Bundesministeriums für Finanzen downloaden kannst.

Auf Basis deiner Angaben prüft das Finanzamt, ob du eine Steuernummer bekommst. Dies ist nur der Fall, wenn die Umsatzgrenze von netto 30.000 EUR oder die Einkommensgrenze von 11.000 EUR überschritten wird. Das heißt für dich, dass du erst ab einem Jahreseinkommen von 11.000 EUR Einkommensteuer zahlen musst. Bei Unterschreiten der Umsatzgrenze von netto 30.000 EUR entfällt zudem auch die Umsatzsteuer für dich.

Tipp: Solltest du deinen Hauptwohnsitz nicht in Österreich haben, gelten womöglich andere Regelungen. Weitere Auskünfte dazu erteilt dir das Finanzamt.

 


Diabetes

Diabetes: So kannst du deine Klienten optimal unterstützen

DiabetesDiabetes mellitus – auch als Zuckerkrankheit bekannt – bezeichnet eine Stoffwechselstörung, die zu erhöhten Blutzuckerwerten führt. Bekannt sind die zwei Hauptformen Typ-1- und Typ-2-Diabetes. Typ-1 tritt in der Regel schon im Kindes- oder Jugendalter auf, Typ-2 macht sich hingegen erst in einem höheren Lebensalter bemerkbar. Bei rund 90% der betroffenen Personen handelt es sich um diese Form der Diabetes.

Die Erkrankung mit Typ-2-Diabetes beginnt meist schleichend und geht mit einer verminderten Empfindlichkeit der Körperzellen für Insulin einher. Man spricht darum auch von einer so genannten Insulinresistenz. Insbesondere bei pflegebedürftigen Menschen bringt diese Krankheit einige Herausforderungen mit sich. Du kannst jedoch viel zur Lebensqualität deiner Klienten beitragen, wenn du ein paar der folgenden Maßnahmen ergreifst.

Diabetes und Blutzucker: den gesunden Spiegel halten

Ein wichtiges Element bei der Versorgung eines pflegebedürftigen Klienten mit Diabetes ist, den Blutzuckerspiegel in einem normalen Maß zu halten. Der offizielle Richtwert liegt zwischen 3,3 bis 7,8 mmol/l. In manchen Fällen erhalten Patienten dafür Tabletten, andere bekommen Insulin als Injektion. Bitte beachte: Als Pflegerin darfst du Insulin nur nach Delegation und Unterweisung durch einen Arzt oder Krankenpfleger spritzen!

In der Regel wird das Insulin subkutan, d.h. in das Unterhautfettgewebe, gespritzt. Wichtig ist, die Injektion möglichst immer zur selben Tageszeit durchzuführen und die Einstichstelle systematisch zu wechseln. Du kannst Verhärtungen und blaue Flecken vermeiden, wenn du z.B. immer zwei Fingerbreit zur letzten Injektionsstelle Platz lässt. Grundsätzlich gilt: Schnell wirksame Insuline werden in den Bauch gespritzt, lang wirkende in den Oberschenkel.

Unterzuckerung: Symptome für Diabetes rechtzeitig erkennen

Diabetes Typ 2Befindet sich der Blutzuckerspiegel über 7,8 mmol/l, spricht man von einer Überzuckerung. Bei Diabetes liegt diese krankheitsbedingt dauerhaft vor, weshalb man die Betroffenen mit blutzuckersenkenden Präparaten oder Insulin behandelt. Speziell bei dieser Personengruppe kann es jedoch auch zu einer Unterzuckerung kommen. In einem solchen Fall sinkt der Blutzuckerspiegel unter die Grenze von 3,3 mmol/l.

Mögliche Ursachen für eine Unterzuckerung sind intensive Bewegung, zu geringe Nahrungsaufnahme bzw. das zeitliche Verschieben einer Mahlzeit oder zu hoher Alkoholgenuss. Die gespritzte Insulinmenge ist dann im Verhältnis zum tatsächlichen Blutzuckerwert zu hoch. Da eine Unterzuckerung bis zur Bewusstlosigkeit führen kann, ist es wichtig die typischen Symptome hierfür zu erkennen. Zu ihnen zählen:

  • Unruhe, Nervosität und Angstgefühle
  • Zittern, Schwäche, Schwitzen
  • Heißhunger
  • Schwindel bis hin zu Sehstörungen
  • Verwirrtheit, Verhaltensauffälligkeiten

Du kannst deinem Klienten in einer solchen Situation helfen, indem du ihm Traubenzucker gibst oder eine zuckerhaltige Limonade trinken lässt. In den meisten Fällen steigt der Blutzuckerspiegel so schnell wieder auf ein normales Maß an. Sollte dein Klient jedoch starke Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit aufweisen, solltest du umgehend den Notruf 112 wählen und ärztliche Hilfe anfordern.

Ernährung bei Diabetes: mit Regelmaß genießen

Die Ernährung hat einen entscheidenden Einfluss auf den Blutzuckerspiegel deiner Klienten. Um die Gefahr einer Unterzuckerung zu vermeiden, solltest du ihnen unbedingt regelmäßige Mahlzeiten anbieten, am besten immer zur selben Uhrzeit. Achte außerdem darauf, was sie essen und ob die Mahlzeit vollständig eingenommen werden. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass die Insulinmenge mit der Mahlzeit übereinstimmt.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Berechnung der so genannten Broteinheiten (BE). Mit diesem Maß wird der Kohlenhydratgehalt eines Lebensmittels angegeben, denn Kohlenhydrate lassen den Blutzuckerspiegel steigen. Du benötigst diese Angabe, um die Insulindosis zu berechnen. 1 BE entspricht 12 g Kohlenhydraten. Um die BE kohlenhydrathaltiger Lebensmittel zu berechnen, wiegst du sie ab und schlägst sie in einer Kohlehydrataustauschtabelle nach oder prüfst den Kohlenhydratgehalt auf der Verpackung.

Die Insulinmenge, die für eine BE benötig wird, ist individuell unterschiedlich. Sie wird als „BE-Faktor“ bezeichnet. Ein Beispiel: Wer 4 BE isst und einen BE-Faktor von 0,5 hat, benötigt zwei Einheiten Insulin. Bei einem BE-Faktor von 2,0 sind es 8 Einheiten Insulin. Vor dem Spritzen muss der Blutzucker gemessen werden. Ist der Wert im Normalbereich, wird genau die Menge gespritzt, die man zur Abdeckung der BE benötigt. Ist der Wert darüber, müssen zusätzliche Einheiten Insulin gespritzt werden.

Eine Diabetesdiät ist bei älteren Menschen nur in den seltensten Fällen notwendig. Speziell bei dieser Personengruppe sollte vielmehr die Lebensqualität im Vordergrund stehen. Gestalte die Ernährung deiner Klienten daher gesund und abwechslungsreich, aber berücksichtige auch ihre individuellen Ernährungsgewohnheiten. Statt das gewohnte Stück Torte am Sonntagnachmittag zu verbieten, plane es einfach bei der Insulingabe mit ein.

Körperpflege & Diabetes: Haut und Füße kontrollieren

Diabetes KörperpflegeBei Klienten, die von Diabetes betroffen sind, solltest du bei der Körperpflege besonders sorgfältig sein. Lasse sie nicht zu lange duschen oder baden, damit der natürliche Schutzfilm der Haut erhalten bleibt. Achte dabei vor allem auf trockene Stellen, Hautrisse und kleine Wunden. Denn bei Diabetes ist die Haut besonders anfällig für Infektionen und es ist typisch für die Erkrankung, dass offene Stellen nur schlecht heilen.

Die Ursache hierfür sind Durchblutungsstörungen. In Kombination mit diabetesbedingten Nervenschäden sind dadurch besonders die Füße deiner Klienten gefährdet. Da sie Schmerzen hier kaum wahrnehmen können, wird aus Druckstellen oder kleinen Verletzungen schnell eine ernstzunehmende Wunde. Es ist darum wichtig, dass du die Füße täglich von allen Seiten gut kontrollierst und schon kleinste offene Stellen gründlichst desinfizierst.

Besonders gut kannst du deine Klienten mit regelmäßigen Fußbädern unterstützen. Am besten verwendest du dabei lauwarmes Wasser und ph-neutrale Seife, damit die Haut nicht zu viel Feuchtigkeit verliert. Achte darauf, nicht zu lange zu baden und trockne die Füße vor allem zwischen den Zehen gut ab. Die Füße im Anschluss einzucremen, hält die empfindliche Haut geschmeidig. Harnstoffhaltige Pflegeprodukte eignen sich in diesem Fall am besten.

Kleidung: Schuhe und Strümpfe nach Maß

Neben der Pflege der Füße solltest du unbedingt auch die Bekleidung an dieser Stelle gut kontrollieren. Versichere dich immer, dass Socken und Schuhe gut passen und keine Falten werfen bzw. Druckstellen verursachen. Da das Empfinden in den Füßen gestört ist, merken deine Klienten vielleicht nicht, wenn ein Steinchen im Schuh liegt oder die Einlegesohle verrutscht ist. Darum solltest du dies ebenfalls täglich checken.

Achte darauf, dass Socken und Strümpfe täglich gewechselt werden. Von Vorteil ist ein atmungsaktives Material, damit es nicht zu unnötiger Schweißbildung an den Füßen kommt. Ein feuchtwarmes Milieu zwischen den Zehen begünstigt die Entstehung von Scheuerstellen und bietet den idealen Nährboden für eine Pilzinfektion. Versuche beides zum Wohle deiner Klienten zu vermeiden.

Diabetes und Demenz

Diabetespatienten mit Demenzerkrankung stellen eine besondere Herausforderung in der Pflege dar. Sowohl die Gefahr unkontrollierter Nahrungsaufnahme als auch der starke Bewegungsdrang sind Faktoren, die den Stoffwechsel beeinflussen und eine Über- bzw. Unterzuckerung auslösen können. Hinzu kommt, dass die bei Demenz häufig auftretende Verweigerungshaltung die medikamentöse Therapie erschwert.

In einem solchen Fall können dir feste Routinen helfen, an die sich deine Klienten bereits gewöhnt haben. Versuche zum Beispiel Fußbad und Fußkontrolle in bestehende Körperpflegerituale einzubinden und führe diese immer nach demselben Muster durch.

 

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Pflegedokumentation

Pflegedokumentation

Pflegedokumentation ist professionell

Die Arbeit in der Altenpflege ist sehr anspruchsvoll und oft mit Verpflichtungen, wie der Pflegedokumentation, und gleichzeitigem Stress verbunden. Dennoch bleiben deine Aufgaben als Pflegerin umfassend. Sie reichen von der Hilfe im Haushalt bis hin zur sinnvollen Gestaltung der gemeinsamen Zeit durch Gespräche und Spiele. Aber auch Teile der medizinischen und ärztlichen Pflege des Klienten können zu deinen Aufgaben gehören, z.B.:

  • An- und Ausziehen,
  • Körperpflege,
  • Hilfe beim Essen und Trinken,
  • Hilfe beim Gehen,
  • Anlegen von Verbänden,
  • Gabe von Medikamenten sowie
  • Messen von Blutdruck und Temperatur.

Um den Klienten bestmöglich zu versorgen, müssen alle Beteiligten gut zusammenarbeiten: Die Ärzte und Krankenschwestern, die Angehörigen und du als Pflegerin. 

Pflegedokumentation

Eine besonders wichtige Aufgabe ist daher die Dokumentation deiner Arbeit. Trotz Stress ist es wichtig, dass du diese Aufgabe immer gewissenhaft erledigst. 

Wenn du genau dokumentierst, welche medizinischen oder ärztlichen Tätigkeiten du durchgeführt hast, hilft das allen anderen Beteiligten für ihre Arbeit mit dem Klienten. Und wirst du als Pflegerin selbst krank oder musst schnell abreisen, wissen deine Kollegen, oder deine Vertretung, sofort über die aktuelle Situation und den Zustand deines Klienten Bescheid. 

Die Dokumentation ist außerdem eine gesetzliche Pflicht für dich als Pflegerin.

Was gehört zur Pflegedokumentation?

Pflegedokumentation schreibenAls erstes solltest du immer prüfen, ob es einen Pflegeplan oder andere Anweisungen von Ärzten oder medizinischem Personal für dich gibt. Die Einhaltung solcher Anordnungen sind in der Dokumentation besonders wichtig. Gibt es keine Empfehlungen oder Anordnungen, solltest du mit deiner Dokumentation für dich und auch Außenstehende einen Überblick über deine Tätigkeiten verschaffen. Darüberhinaus hilft die Dokumentation allen Beteiligten dabei, Veränderungen zu beobachten und zu erkennen. Besonders für Ärzte ist eine Dokumentation besonders wichtig, damit sie im Akutfall zum Beispiel genau wissen: wie viel wurde getrunken, wann war der letzte Stuhlgang, wie war der Blutdruck in den letzten Tagen.

Alle diese dokumentierst du nach Erledigung schriftlich mit Datum und Uhrzeit.

Zu einer guten Dokumentation gehören zusätzlich auch deine Beobachtungen. Du notierst kurz, ob dir etwas Besonderes beim Klienten aufgefallen ist. Das kann die allgemeine Stimmung sein, eine Veränderung beim Essen oder besondere Ereignisse. Eine ausführliche Dokumentation beinhaltet auch alle Tätigkeiten, für welche du als Pflegerin laut Gesetz zuständig bist. Diese Tätigkeiten sind das Zubereiten von Mahlzeiten,  Einkaufen und Erledigung von Botengängen, Reinigungstätigkeiten, Hausarbeiten, Betreuung von Pflanzen und Tieren, Wäscheversorgung, Gesellschafterfunktion, Unterstützung bei Freizeitgestaltung, Förderung gesellschaftlicher Kontakte, Unterstützung bei der oralen Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme sowie bei der Arzneimittelaufnahme, Unterstützung bei der Körperpflege, Unterstützung beim An- und Auskleiden, Unterstützung bei der Benützung von Toilette oder Leibstuhl einschließlich Hilfestellung beim Wechsel von Inkontinenzprodukten  Unterstützung beim Aufstehen, Niederlegen, Niedersetzen und Gehen, Transfer 

Tipps zur Durchführung

Ich empfehle dir, die Dokumentation als Teil deiner täglichen Routine zu sehen. Bestimme eine Uhrzeit, die für dich im Tagesablauf sinnvoll ist. Schon 15 Minuten reichen, um wichtige Informationen zu notieren!

Damit keine wichtigen Informationen vergessen werden, habe ich ein paar Tipps für dich:

  • Schaffe dir einen Überblick über deine Aufgaben und erforderlichen Tätigkeiten.
  • Strukturiere den Tagesablauf und plane genügend Zeit für deine Aufgaben ein.
  • Erstelle eine Liste oder Tabelle, in die du die Informationen eintragen kannst. Benutze dazu ein leeres Buch oder Heft, oder erstelle die leere Tabelle am Computer. 
  • Bedenke, dass du die Liste wahrscheinlich mehrmals täglich brauchen wirst. Du solltest daher schnell darauf zugreifen können.
  • Folgende Informationen sollten IMMER eingetragen werden:
    • Datum
    • Uhrzeit
    • Tätigkeit
    • Ergebnis (z.B. Blutdruck, Flüssigkeitsmenge, Fieber)
    • Eigene Beobachtung zum Klienten.

Du kannst auch Vorlagen zur Dokumentation verwenden. Je nach Zustand deines Patienten kann das sinnvoll sein, z.B. wenn du viele Tätigkeiten ausführen musst. Eine umfangreiche Vorlage zum Ausdrucken stellt die Wirtschaftskammer Österreich zur Verfügung.

Vielleicht erhältst du auch von deiner Agentur oder von deinem Klienten direkt eine Vorlage. In diesem Fall solltest du diese verwenden und sorgfältig ausfüllen. Bei Fragen wende dich an die Person, die dir die Vorlage gegeben hat.

Eine gute Dokumentation kann manchmal Leben retten und eine gute Dokumentation verbessert IMMER das Leben der Klienten…daher rate ich dir, täglich deine Dokumentation durchzuführen.

 


Medikamente

Medikamente und der Umgang

Medikamente: Das solltest du im Umgang mit Antibiotika & Co. wissen

MedikamenteOb Tabletten, Kapseln, Tropfen oder Salben: In jedem Zuhause findet man in der Regel eine Ansammlung der verschiedensten Arzneimittel. Die Bandbreite reicht dabei von diversen rezeptpflichtigen bis zu einer Auswahl verschreibungsfreier Medikamente. Diese sind mal nach dem Zufallsprinzip an unterschiedlichen Orten abgelegt, mal gut sortiert und übersichtlich in einem Arzneimittelschränkchen aufbewahrt.

Auch bei deinen Klienten kannst du auf ganz unterschiedliche Situationen treffen. Da ihre Gesundheit an oberster Stelle steht, solltest du dir unbedingt einen guten Überblick über alle vorliegenden Medikamente verschaffen. Denn angebrochene bzw. abgelaufene Produkte können nicht nur ihre Wirkung verlieren, sondern auch unerwünschte Nebenwirkungen verursachen. Mit ein paar grundlegenden Regeln kannst du das so gut es geht verhindern.

Lagerung der Medikamente: vor Wärme und Feuchtigkeit schützen

Medikamente_VerfallsdatumUm ihre einwandfreie Wirkung zu gewährleisten, müssen Medikamente kühl, dunkel und trocken aufbewahrt werden. Denn auch, wenn sie laut Verfallsdatum mehrere Jahre verwendet werden dürfen, können sich Umwelteinflüsse wie Hitze und Feuchtigkeit negativ auf ihre Haltbarkeit auswirken. Badezimmer und Küche eignen sich darum wenig für ihre Lagerung. Besser ist ein ungeheizter, trockener Raum wie z.B. das Schlafzimmer.

Manche Arzneimittel gehören sogar in den Kühlschrank. Um auf Nummer sicher zu gehen, beachte dazu bitte immer die Hinweise auf Verpackungen oder Packungsbeilagen. Insbesondere bei demenzerkrankten Klienten sollte für Medikamente zudem unbedingt eine abschließbare Aufbewahrungsmöglichkeit vorhanden sein. So wird verhindert, dass dein Klient sich aus Versehen an einer Überdosis seiner Medikamente vergiftet.

 

Medikamente-Dokumentation: auf einen Blick Bescheid wissen

Medikamente_BeipackzettelBei Anbrechen eines Medikaments solltest du das Datum auf die Verpackung schreiben. Dies ist insbesondere wichtig, wenn dein Klient von mehreren Personen seine Arzneien verabreicht bekommt. So weiß jeder genau Bescheid, seit wann ein Mittel verwendet wird. Zudem sind manche Medikamente wie z.B. Augentropfen nach dem Öffnen nur eine kurze Zeit haltbar. Über eine gute Dokumentation kann man verhindern, dass sie zu lange verwendet werden.

Angebrochene Medikamente sollten außerdem unbedingt mit dem Beipackzettel aufbewahrt werden. So kann man immer nachlesen, wofür sich das Mittel eignet, wie es dosiert und gelagert werden muss. Bitte beachte: Nach Ende des Verfallsdatums dürfen Medikamente nicht mehr verwendet werden, da sich die Inhaltsstoffe abbauen und die Wirkung sich verändert. Zudem erlischt mit diesem Datum der Haftungsanspruch des Herstellers!

 

Anwendungsformen: Arzneien richtig darreichen

Damit ein Medikament seine Wirkung optimal entfalten kann, muss unbedingt die richtige Anwendungsform beachtet werden. Welche das ist, kannst du der Packungsbeilage entnehmen. Im Folgenden findest du eine Übersicht über die verschiedenen Anwendungsformen für Medikamente sowie eine Erklärung des jeweiligen Begriffs:

  • oral: Dies ist die häufigste Anwendungsform von Medikamenten. Die Arznei wird z.B. in Form von Tabletten und Kapseln über den Mund eingenommen und heruntergeschluckt. Dies gilt auch, wenn ein Wirkstoff in Form von Tropfen, Saft oder löslichem Pulver mit Flüssigkeit einzunehmen ist.
  • sublingual: Das Medikament löst sich im Mund auf und wird über die Mundschleimhaut aufgenommen. Am besten legt man es dafür in die Wangentasche oder unter die Zunge.
  • subkutan (s.c): Das Medikament wird in das Unterhautfettgewebe gespritzt, so dass es langsam in den Blutkreislauf aufgenommen werden kann.
  • rektal: Die Arznei wird zum Beispiel als Zäpfchen oder Einlauf über den After eingeführt.
  • intravenös (i.v.): Das Medikament wird direkt in eine Vene gespritzt oder über einen Tropf dem Blutgefäß zugeführt.
  • inhalativ: Hierbei wird die Arznei als Spray oder in Form eines feinen Pulvers eingeatmet und über die Schleimhaut der Bronchien aufgenommen.
  • intramuskulär (i.m.): Das Medikament wird in einen großen Muskel gespritzt wie in den Gesäßmuskel oder den Oberarm.
  • vaginal: Die Arznei wird als Salbe oder Zäpfchen in die Scheide eingeführt.

Gesetzliche Regeln: das gilt es im Rahmen der Personenbetreuung zu beachten

Medikamente_DispenserDamit du deinem Klienten Medikamente verabreichen darfst, müssen diese vorher laut der ärztlichen Verordnung in einem Dispenser einsortiert werden. Dies dürfen Ärzte, in Österreich zugelassene Diplomkrankenpfleger sowie Angehörige. Am besten ist es, du informierst dich gleich bei deiner Ankunft zum Medikamentenplan und wer die richtige Einsortierung vornimmt. Leider kommt es in der Personenbetreuung oft vor, dass Druck auf Pflegerinnen ausgeübt wird, damit die Medikamente von diesen eingeschachtelt werden. Es ist daher abzuraten, sich diesem Druck zu beugen, denn im Falle eines Fehlers liegt die Haftung bei der Pflegerin. Vorsichtig zu sein und sich an alle Gesetze zu halten, ist gut. Du kannst aber trotzdem die Einsortierung sowie den Medikamentenplan überprüfen, damit deinem Klienten im Umgang mit Medikamenten nichts passiert.

Planung: die ärztliche Verordnung der Medikamente kennen

Für die Einnahme der Medikamente ist zunächst unbedingt die Verordnung des Arztes zu beachten. Hier findest du genaue Angaben, wie oft und in welcher Dosierung dein Klient ein Mittel zu sich nehmen soll. Manchmal ist es auch wichtig, genaue Uhrzeiten für die Einnahme festzulegen. Dies gilt zum Beispiel, wenn dein Klient seine Arznei alle acht Stunden benötigt. Wichtig ist zudem, die vom Arzt verordnete Anwendungsdauer der Behandlung einzuhalten.

Wenn dein Klient große Tabletten verschrieben bekommen hat, fällt ihm die Einnahme oft nicht ganz leicht. Bevor du sie kurzerhand zerkleinerst, solltest du dich aber unbedingt vergewissern, dass dies die Wirkung des Medikaments nicht negativ beeinflusst. Grundsätzlich gilt: Nur Tabletten mit Bruchrille dürfen zerteilt werden. Retard- und Depottabletten sowie Dragees mit Überzug hingegen nicht.

Medikamenteneinnahme: Immer aufrecht und mit viel Wasser

Die orale Einnahme zählt zu den häufigsten Anwendungsformen von Medikamenten. Damit der Wirkstoff sich frei entfalten kann, sollten Tabletten und Kapseln nur mit Wasser eingenommen werden, nicht aber mit Kaffee, Tee, Alkohol, Milch oder Fruchtsäften. Zudem empfiehlt sich, die Einnahme mit einer ausreichend großen Menge Wasser (ca. 200 ml) zu begleiten, damit die Arznei gut vom Körper aufgenommen werden kann.

Um zu verhindern, dass die Tablette in der Speiseröhre hängenbleibt, sollte dein Klient bei der Aufnahme unbedingt im Oberkörper aufgerichtet sein, das heißt stehen oder sitzen. Um die Wirkstoffaufnahme zu begünstigen, sollten Medikamente während einer Mahlzeit oder eine halbe bis eine Stunde vor dem Essen eingenommen werden. Die genauen Angaben dazu kannst du der Packungsbeilage oder der Verordnung des Arztes entnehmen.

Faustregeln für die Anwendung von Medikamenten:

Achte immer auf

  • die Verwendung des richtigen Medikamentes
  • den richtigen Einnahme-Zeitpunkt
  • die regelmäßige Einnahme
  • den richtigen Anwendungs-/Behandlungszeitraum
  • die Einhaltung der vorgegebenen Dosierung

 

Medikamentenreste: Zurück zur Apotheke oder in den Hausmüll

Vor allem bei Medikamenten, die nicht regelmäßig verwendet werden, solltest du vor Verwendung unbedingt das Verfallsdatum kontrollieren. Dabei solltest du auch berücksichtigen, dass eine unsachgemäße Lagerung die Wirkung beeinträchtigen und zu einem Verderben der Arzneimittel führen kann.  Dies erkennst du an verändertem Geruch, Flecken, Verfärbungen und Trübungen, rissigen und aufgeplatzten Tabletten/Kapseln.

Abgelaufene und verdorbene Medikamente sollten unbedingt sachgemäß entsorgt werden, damit sie nicht in falsche Hände gelangen oder die Umwelt verschmutzen. Dafür kann man sie entweder bei einer Apotheke abgeben oder in den normalen Hausmüll geben. Wichtig ist vor allem, sie nicht über den Ausguss oder Toilette zu entsorgen, da dies sich nicht nur negativ auf die Wasserqualität auswirkt, sondern auch zur Resistenzbildung beiträgt.